Weinhof am Nussbaum

Hüttenheim

Mein Kontakt zu dem Weinhof am Nussbaum hat sich auf eine etwas seltene Weise ergeben. Weil ich von meinem 300 - 400 km von den Frankenweinen entfernten Büro in meinem Haus öfter das Online-Magazin „Nordbayern“ anklicke. Dort fand ich nachstehenden Artikel:

 

http://www.nordbayern.de/region/bad-windsheim/das-weinparadies-franken-ladt-zu-wanderung-ein-1.6268307

 

Der Artikel hat mich deswegen besonders angesprochen, weil ich erstens durch Hüttenheim immer fahre, wenn ich auf meiner speziellen Route nach Middlfranggn abseits der Autobahn unterwegs bin und gelegentlich im fränkischen Weinland hängen bleibe.

 

Aber auch, weil ich gerade dabei bin, meine Gewohnheiten als Weintrinker gesundheitlichen Aspekten anzupassen und deswegen nicht mehr bei Winzern kaufe, von denen ich weiß oder vermute, dass sie Herbizide verwenden. Anstoß war die Darmkrebserkrankung zweier guter Freunde, die verstorben sind. Freundliche Grüße an dieser Stelle an Monsanto und Bayer.

 

Darüber hinaus auch, weil ich erst im Herbst 2016 von Bad Windsheim aus eine Erkundungstour per Pkw durch middlfränggische und underfränggische Weinlandschaften unternommen habe. Da ging mir ja richtig das Herz auf. Nicht, dass ich die Gegenden nicht schon von früher gekannt hätte. Aber so war es eine emotionale Auffrischung.

 

Der Weinhof am Nussbaum residiert in Hüttenheim, das im Mai 1978 seine kommunale Selbständigkeit verloren hat und nun ein Ortsteil von Willanzheim - kaum größer als Hüttenheim - ist. 

 

Das hat aber auf den Wein wenig Einfluss und unsere Erstbestellung sah wie folgt aus:

 

Silvaner S              8,00 €

Domina                 8,50 €

Domina Rose          6,80 €

Schwarzriesling      9,00 €

Bacchus liebl.         6,00 €

 

Weil ich so ein überzeugender Franke bin, bekam ich die Bestellung frachtfrei.

Der Postbote war ein armes Schwein. Er musste nämlich nicht 3 Pakete a 6 Flaschen transportieren, sondern ein einziges mit 18. Mich selbst habe ich nicht bedauert, als ich hinterher das Riesenpaket in den Keller schleppte.

 

Getrunken haben wir den Wein nach einer Scham-und Weinberuhigungsfrist von einem Tag. Der Silvaner sehr aromatisch, fast halbtrocken. Die Domina Rose musste deswegen sofort herhalten, weil es gegrilltes Geflügel gab und nun ist sie leider auch schon ausgetrunken. Zur roten Domina (Strapswein) haben wir eine fast erotische Beziehung, die aus einer Weinreise mit unseren Düsseldorfer Freunden nach Veitshöchheim aus dem vorigen Jahrhundert stammt. Ist aber harmlos, nur witzig. Können wir erzählen, wenn Bedarf besteht.

Ein Hammer von 14 Prozent Alkohol der Schwarzriesling. Aber sehr rund im Geschmack.

 

Aus der Ausstellung der Künstlerin Gabi Regele, die wunderschöne Aquarelle im Weinhof ausgestellt hat, haben wir ein Bild von Iphofen erworben. Es hängt nun neben einem Gemälde - Malerwinkel Bad Windsheim - unseres guten Freundes Henk Pijpers aus Rotterdam, der leider viel zu früh verstorben ist.

 

Zugeben muss ich auch, dass es mich sehr reizen würde, einige Tage im Weinhof zu übernachten. Das Gästehaus ist da. Es gibt auch einen urigen Garten, der von Anfang Mai bis Ende September als Cafe und offenbar auch für Weinproben dient. Nur habe ich das Problem, dass wir uns leider nicht vierteilen oder beamen können und deshalb nicht an verschiedenen reizvollen Orten gleichzeitig sein dürfen. Arbeite daran, das zu ändern.

 

Ist halt so. Werggli.

 

Heinz Elflein

10.07.2017/12.02.2022

 

Familie Haßold betreibt den ökologischen Weinbau nun 30 Jahre. Das nötigt mir eine ganze Menge Achtung ab, weil sie schon damals, als kaum ein Weinkäufer daran dachte, gewusst haben, was dem Boden gut tut und was nicht und die umweltfreundliche Lösung angewendet haben.

 

 

Auf meine Nachfrage, ob Reinzuchthefen verwendet würden, schreibt mir Frau Haßold:

 

wir arbeiten momentan teils mit Reinzuchthefen, teils mit den natürlichen Hefen. Da unser Keller komplett neu eingerichtet wurde braucht es einige Zeit bis sich eine Flora an eigenen Hefen etabliert.
Die Reinzuchthefen, welche von meinem Mann so gewählt sind, dass sie die Gärung unterstützen aber den Wein möglichst wenig beeinflussen, bringen da einfach mehr Sicherheit.
Die Entwicklung geht aber zu den natürlichen Hefen, auch da wir seit einem Jahr einen Kellermeister und Partner haben, der hier sehr viel Wert darauf legt und auch erfahren ist.

 

Das hat mir gut gefallen. Werggli.

Heinz Elflein

18.02.2022