Bastian Hamdorf Klingenberg

Der Insulaner vom Main

Bastian Hamdorf lernten wir kennen, als er noch Betriebsleiter beim Fürsten Löwenstein in Kleinheubach war. Das war am Vortag unserer

Besteigung-des-Kallmuth

Dabei erfuhren wir, dass Bastian Hamdorf neben seiner Tätigkeit beim Fürsten auch sein eigenes Weingut betreibt. Wir fuhren mit ihm dorthin und durften probieren.

Zwischenzeitlich hat er die Tätigkeit beim Fürsten allerdings eingestellt und es verbietet sich, zu fragen, was der Grund war. Ich persönlich vermute, dass unterschiedliche Philosophien im Spiel waren. Wenn ich den nachstehenden Text lese, den ich aus der Internet-Seite von Bastian Hamdorf entnommen habe, kann ich mir Einiges zusammen reimen.

Glyphosat-Anwender mögen sich mal bitteschön den Boden unter den Rebstöcken anschauen und auch bei ihm nachlesen, was er zu der Begrünung zu sagen hat.

Aus der Homepage von  Bastian Hamdorf:

 

Dazu kommt die ökologische Bewirtschaftung in Handarbeit: Die nachhaltige Bodenbearbeitung mit Hacke und Fräse, Sommer- und Winterbegrünungen, die Schnitt- und Laubarbeiten der Reben, die späte Weinlese in kleinen Kisten sind keine Notwendigkeit - für uns aber von Anfang an nicht in Frage zu stellen. Der Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel ist selbstverständlich. Wir möchten das Bodenleben rekultivieren, die Biodiversität fördern und die Artenvielfalt innerhalb des Mikroklimas der Weingärten auf ein Maximum stärken. 

Auszug aus der Interneseite von Bastian Hamdorf

Zwischenzeitlich sind etliche Pakete von Bastian Hamdorf angekommen und ich freue mich, einen weiteren Glyphosat-freien Wein im Keller zu haben.

Der Preis ist für mich eigentlich Nebensache, weil alles relativ ist. Wer hochpreisige Gewächse aus anderen Ländern gewohnt ist, wird Hamdorfs Preise nicht zu hoch finden. Wer bei Aldi kauft wohl.

Aber irgendwo auf dieser Homepage habe ich schon mal geschrieben, das Leben sei zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.

 

Heinz Elflein

20.07.2017

Neues aus 2022

Matthias Stelzig schreibt :

Bastian Hamdorf Weinberge sind so steil, dass schon die Zufahrt Respekt einflößt. Die Rebstöcke auf winzigen Terrassen erreicht man dann zu Fuß oder gar nicht.”

Das ist mal eine ganz andere Beschreibung für die Arbeit in den steilen Terrassen, die uns ein Schmunzeln auf die Lippen legt! Aber…

Und weiter mit Stelzig:

"Hamdorf weiß genau, warum er sich das antut. Der karge Klingenberger Buntsandstein ist ein einzigartiges Terroir, auf dem er ein paar Rotweine in einem ganz eigenen Stil zaubert."

"Schlepper, Mulcher, Spritzenwagen, Laubschneider oder gar Vollernter? Gibts nicht. Braucht er auch nicht, sagt Bastian, denn wer ausschließlich steile Buntsandsteinterassen in Handarbeit bewirtschaftet, kann da nicht eben mal reinfahren. (...)

However, trotz der 100% Steillagen und der 100% Handarbeit hat sich auch Bastian Hamdorf dazu entschlossen, alles biologisch zertifizieren zu lassen. Wer das Weingut noch nicht kennt, da ist viel Enthusiasmus mit einem supersympathischen-knörkig-norddeutschem Touch. (...) Ein dicker Kennenlerntipp von mir also bereits ohne die ganzen Weine."  

Buntsandstein Weiss 2020 

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Wie schon mal beim Cuvée Rot beschrieben, wollten wir uns ja eigentlich auf die “klassischen” Rebsorten beschränken und diese reinsortig ausbauen. Was aber tun, wenn in den Anlagen noch einzelne oder mehrere Terrassen mit anderen Sorten wie Domina oder Regent stehen? Gleich zu Beginn schon haben wir uns dazu entschieden die “klassischen” Rebsorten in jedem Fall reinsortig auszubauen. Es sollen keine Sorten verschnitten werden, damit die Farbe dunkler wird oder so etwas! Das machen wir nicht! Vielmehr haben wir   die Möglichkeit der Sortenvielfalt genutzt und eine Rotweincuvée vinifiziert, in der die Sorten mit den “geerbten” Terrassen auf der Basis jüngerer Anlagen Spätburgunder und Portugieser ihren Platz finden konnten. So wurde daraus eine sehr geschmackvolle Rotweincuvée.

 

Die Schwester dazu ist die neue Weissweincuvée: Buntsandstein Weiss 2020. Seit diesem Jahr bewirtschaften wir eine neue Anlage in der Lage Rosenberg, dem westlichen Teil des Bischofsbergs in Großheubach, die mit Sylvaner und Spätburgunder aus dem Jahr 1996 bepflanzt ist - aber eben auch mit ein paar Terrassen Müller Thurgau. Und in einem anderen Stück stehen ein paar Terrassen Kerner. Auch hier haben wir entschieden, dass wir eine Verbindung der Rebsorten eingehen wollen und haben auf der Basis von Sylvaner und Riesling mit dem Kerner und Müller Thurgau eine Weissweincuvée vinifiziert.