Helmut Weiß

Helmut Weiß ist der Landrat des Kreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Wohnhaft in Rappenau. Was gut zu ihm passt, weil er manchmal mit seinen Rappen durch die Auen zieht. 

 

In den letzten Jahrzehnten war es so, dass man Mitglied der CSU sein musste, um ein politisches Amt zu erlangen. Mindestens bis zur nächsten Wahl wird das so bleiben. Danach vermutlich auch. Man kann durchaus feststellen, dass Helmut Weiß sein Amt im Sinne der CSU führt. Das ist nun einer der Gründe, weswegen er den Vorzug genießt, dass ich hier über ihn schreibe. Weil ich glaube, seine Parteigenossen sind sehr erfreut, wie er in ihrem Sinne agiert. Ob die Bevölkerung des Kreises ebenso über sein Wirken denkt, sei dahingestellt. Man kann jedoch konstatieren, dass es so zu sein scheint, die Wählerstimmen sprechen für sich.

Was ich nun wieder nicht so recht verstehen kann. Oder vielleicht doch, wenn man bedenkt, dass das fränkische Wahlvolk in seiner Mehrheit als gottgegeben hinnimmt, was die Obrigkeit so treibt. Und die CSU ist die Obrigkeit in Franggn. 

 

Ich habe mir in den letzten Jahren so meine Gedanken gemacht, ob das gut ist für die Bürger, was sie so hinnehmen. Zum Beispiel die Verlegung des Teils des ehemaligen Schmotzer-Werkes, die die Eisengießerei beinhalten, vom westlichen Stadtrand an der Aisch in die Nähe des Kurparks. Schmotzer ist nun Heunisch. Insider haben behauptet, Herr Heunisch konnte den Geruch nahe seines Hauses nicht mehr ertragen, weswegen die Gießerei verlegt wurde. Klingt sehr abenteuerlich und unglaubwürdig. Es muss aber einen Grund gegeben haben. Deswegen müssen nun Kurgäste und Krankenhaus-Liegende und der Ortsteil Külsheim den Duft besonders intensiv ertragen, der nach verbrannten Reifen anmutet. 

CSU-Landrat Weiß muss dem zugestimmt haben. Ohne sein Mitwirken wäre es wohl kaum möglich gewesen. Dazu muss man wissen, dass Mitinhaber von Heunisch Mitglied des Stadtrates von Bad Windsheim sind. Die Gebrüder Gerhäuser, wohlbestallte Bauunternehmer, Parteibuch CSU, sehr erfolgreich beim Requirieren öffentlicher Aufträge, wobei es auch schon vorgekommen ist, dass  Staatsanwalt und Gericht beschäftigt waren. 

Es ist ja alles nach Recht und Gesetz gegangen, bei der Verlagerung der Eisengießerei. Das Werk erfüllt offiziell die Genehmigungsauflagen. Warum dann seinerzeit bei einer Versammlung der Külsheimer Bürger mit der Firma Heunisch ein großes Anwaltsaufgebot vor Ort war, als die Verlagerung anstand, passt ja nicht ganz ins Bild. Wie die Genehmigungsauflagen entstanden sind, ist ein anderes Thema, mit dem der Herr Landrat wohl kaum in Verbindung gebracht werden dürfte.

Irgendwie bezeichnend finde ich, war die Art und Weise, wie Krisenmanager Helmut Weiß das Versiegen der Aischquelle kommentierte. "Folge des Klimawandels", das war für ihn klar. Die Abgrabung des Wassers aus einem Steinbruch nahe der Aischquelle, der von der Firma Knauf aus  Iphofen betrieben wird, konnte es demnach nicht sein. Weil ja Herr Weiß bei seinen Streifzügen durch die Frankenhöhe immer wieder auf Bäche trifft, denen das Wasser ausgegangen ist. Und weil offenbar nicht opportun ist, dass eine milliardenschwere Firma wie Knauf, Verursacher von Umweltschäden sein kann. Nun, es war doch der Steinbruch und nicht der Klimawandel, wie Fachleute feststellten. Inzwischen hat Knauf nachgebessert und die Aisch sprudelt wieder.

In der Nähe von Ipsheim plant Knauf einen neuen Steinbruch. Weswegen sich schon der abgewählte CSU-Bürgermeister von Bad Windsheim echauffierte. Wie sich Landrat Weiß dazu stellt, habe ich nicht recherchiert. Immerhin rückt Knauf damit näher an Rappenau heran. 

 

Ein Interview wollte mir der Herr Landrat nicht geben. Seinen Mitarbeiter ließ er mitteilen, weil ich schon mal über ihn geschrieben habe. Hatte ich in der Tat, im Zuge meiner Recherchen zum Heunisch-Gestank. Da teilte er mit, er habe jetzt Urlaub. Als das Ergebnis meiner Recherchen in Elfleins-Frankenschau nachlesbar war, war er erst recht nicht ansprechbar, was für mich Einiges erklärte. Das will ich jetzt nicht mehr kommentieren, obwohl es mich fürchterlich juckt. Könnte Kabarett vom Feinsten sein.

 

 

Heinz Elflein

07.01.2022