Gastronomen

Neben den Speisen, die sie auf den Teller zaubern, sind ihre Erzeuger, die Köche, das, was mich am meisten an der Gastronomie interessiert. Man kann sich darüber streiten, ob sie nur gute Handwerker oder schon Künstler sind. Die Grenze ist wahrscheinlich fließend. Wenn man mich fragt, bevorzuge ich eigentlich die guten Handwerker unter ihnen, bei den Künstlern fühle ich mich manchmal überfordert, zu verstehen, was sie da eigentlich für mich gekocht haben.

Ein Interview bezüglich Ihrer Tätigkeit zu bekommen, ist entweder überflüssig, unmöglich oder müßig.

Die Mehrzahl meiner fränkischen Favoriten haben den elterlichen Betrieb übernommen, da erübrigt sich die Frage nach der Karriere. Meist. Ein Koch, mit dem ich mich noch 2011 nett unterhalten habe, antwortet nicht auf die Frage, er hat eingeheiratet und ist zwar tragende Säule des Betriebes, er ist aber nicht der Chef. Hallo.

Bei einigen Protagonisten ist mir deren Laufbahn ziemlich klar, ich möchte sie aber bestätigt haben, um keine Fehler zu machen. Daran werde ich in den nächsten Wochen arbeiten. Dann ist da noch ein Koch, der eine sehr interessante Persönlichkeit der Haute Volaute in dessen Villa in Südfrankreich fränkisch und französisch bekocht hat. Er lässt mich kein Bild von sich machen. Ich werde ihn noch quälen müssen.

Ich muss auch - wenn ich es genau nehme - nicht unbedingt mit dem Einverständnis der Superköche über sie schreiben, wenn ich sowieso viel über sie weiß.