Nürnberg

Nemberch und die glanna Nembercherli

 

Der Gedanke, warum Nürnberg (eigentlich Nemberch) nicht Middlfranggns Hauptstadt ist, plagt mich schon länger. Habe tatsächlich etliche waschechte Franggn getroffen, die glauben, es sei so.

In den letzten 20 Jahren habe ich Nürnberg – von nun an Nemberch – gemieden, bin höchstens außenrum auf den Weg woandershin vorbeigekommen. Auch einmal kurz rein und wieder raus gefahren, auf dem Weg zum und vom Metzger Gerhard Meyer.

Das hat Nemberch aber nicht verdient. Wenn ich nur den kulinarischen Aspekt herausgreife, hat Stadt und Umland allerhand zu bieten. Eigentlich genug, um ein paar Tage zu bleiben und es sich gut sein zu lassen.

 

Eine Aufstellung dessen erspare ich mir und Ihnen. Was mir aber sofort wieder einfällt, wenn ich an kulinarische Spitzenleistungen denke, ist das Gasthaus Rottner. Nicht wegen der Kulinarik allein, sondern wie sie es machen. Wegen dem fränkischen Lokalkolorit. Gibt es in Nemberch häufig, aber eher auf einfachem Niveau, nicht so spitzenmäßig. Was mir im allgemeinen auch genügt. Aber manchmal muss es eben etwas mehr sein.

 

Das Hotel Rottner, neben dem Gasthaus, verleugnet jeglichen fränkischen Bezug. Die Zimmer sind kunterbunt und der Inhalt der Minibar gehört(e)? zum Übernachtungspreis. Diese Preiskomponente hat in der Tat nicht die geringste Ähnlichkeit zur fränkischen Mentalität. Des passt fei net. Ist aber ausgesprochen sympathisch. Und natürlich: Lammbratwürstchen, Lammbroutwerscht.

 

http://www.marktspiegel.de/nuernberg-nord/lokales/bratwurstpreis-fuer-oberbuergermeister-dr-ulrich-maly-d8325.html

 

Alles Nemberch.

 

Heinz Elflein

19.02.2015

 

http://www.nuernberger-bratwuerste.de

 

Zum Schluss möchte ich das Rätsel auflösen, warum die Nürnberger Bratwürste so klein sind. Leute, die danach fragen, werden gerne auf den Arm genommen, indem man ihnen z.B. erzählt, die Würste müssten früher durch ein Schlüsselloch geschoben werden, damit sie an Gäste, die zu spät kamen, weitergegeben werden könnten. Die Wirklichkeit ist ganz simpel. Im 16. Jahrhundert stiegen die Preise so stark, dass man die Würste, die damals Normallänge hatten, nicht mehr zum gewohnten Preis abgeben konnte. An der Qualität wollte man nichts ändern, so hat man die Würste einfach kleiner gemacht. Aber ich glaube, die Nürnberger heutzutage wissen das selber nicht mehr und erzählen lieber die Märchengeschichte.